Ehe für alle
Offizieller Titel: Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Ehe für alle)
Die Gesetzesänderung öffnet die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Sie können dann zivil heiraten und haben bei Einbürgerung, Adoption und Samenspende die gleichen Regeln wie andere Ehepaare.
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Resultat: Angenommen
64.1 % Ja
- Stimmbeteiligung 52.6 %
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS)
Ergebnis nach Kanton
26 von 26 Kantonen mit Ja-Mehrheit, sortiert nach Ja-Anteil.
Wählen Sie einen Kanton auf der Karte oder in der Liste, um zu sehen, wie seine Gemeinden abgestimmt haben.
- Basel-StadtJa-Mehrheit, Ja-Anteil 74.0%, Beteiligung 59%
- ZürichJa-Mehrheit, Ja-Anteil 69.1%, Beteiligung 55%
- Basel-LandschaftJa-Mehrheit, Ja-Anteil 67.2%, Beteiligung 53%
- LuzernJa-Mehrheit, Ja-Anteil 66.2%, Beteiligung 55%
- SolothurnJa-Mehrheit, Ja-Anteil 66.2%, Beteiligung 52%
- ZugJa-Mehrheit, Ja-Anteil 66.1%, Beteiligung 61%
- BernJa-Mehrheit, Ja-Anteil 65.2%, Beteiligung 52%
- GenfJa-Mehrheit, Ja-Anteil 65.1%, Beteiligung 51%
- WaadtJa-Mehrheit, Ja-Anteil 65.0%, Beteiligung 53%
- AargauJa-Mehrheit, Ja-Anteil 64.0%, Beteiligung 53%
- NeuenburgJa-Mehrheit, Ja-Anteil 63.4%, Beteiligung 46%
- GraubündenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 62.8%, Beteiligung 48%
- FreiburgJa-Mehrheit, Ja-Anteil 62.3%, Beteiligung 51%
- SchaffhausenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 61.8%, Beteiligung 71%
- NidwaldenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 61.6%, Beteiligung 57%
- JuraJa-Mehrheit, Ja-Anteil 61.1%, Beteiligung 44%
- GlarusJa-Mehrheit, Ja-Anteil 61.1%, Beteiligung 42%
- St. GallenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 59.3%, Beteiligung 51%
- ObwaldenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 59.3%, Beteiligung 56%
- UriJa-Mehrheit, Ja-Anteil 58.2%, Beteiligung 49%
- Appenzell AusserrhodenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 57.2%, Beteiligung 54%
- ThurgauJa-Mehrheit, Ja-Anteil 57.2%, Beteiligung 52%
- SchwyzJa-Mehrheit, Ja-Anteil 56.5%, Beteiligung 54%
- WallisJa-Mehrheit, Ja-Anteil 55.5%, Beteiligung 52%
- TessinJa-Mehrheit, Ja-Anteil 52.9%, Beteiligung 48%
- Appenzell InnerrhodenJa-Mehrheit, Ja-Anteil 50.8%, Beteiligung 48%
✓ Ja-Mehrheit · ✗ Nein-Mehrheit · Beteiligung %
Quellen: Bundesamt für Statistik (BFS); ältere Abstimmungen: Swissvotes, Année Politique Suisse, Universität Bern; Kartengrundlage: BFS, GEOSTAT
Nach Sprachregion
Ja-Anteil der Kantone, nach ihrer Mehrheitssprache zusammengezählt.
- Deutschschweiz65.1 % Ja
- Romandie62.8 % Ja
- Tessin52.9 % Ja
Kantone nach ihrer Mehrheitssprache: Freiburg und Wallis zählen zur Romandie, Bern und Graubünden zur Deutschschweiz.
Ja oder Nein?
Was ändert sich bei einem JA?
Die Änderung des Zivilgesetzbuches wird angenommen. Auch zwei Frauen oder zwei Männer können zivil heiraten und haben bei Einbürgerung, Adoption und Samenspende die gleichen Regeln wie andere Ehepaare. Neue eingetragene Partnerschaften sind nicht mehr möglich.
Was ändert sich bei einem NEIN?
Die Änderung des Zivilgesetzbuches wird nicht angenommen. Es bleibt beim heutigen Recht: Nur Frau und Mann können zivil heiraten, gleichgeschlechtliche Paare können eine eingetragene Partnerschaft eingehen.
Auf einen Blick
- Art der Vorlage
- Fakultatives Referendum
- Für eine Annahme nötig
- Volksmehr
- Empfehlung des Bundesrates
- Ja
Worum geht es genau?
Heute können zwei Frauen oder zwei Männer in der Schweiz nicht heiraten. Sie können nur eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Diese ist der Ehe ähnlich, aber nicht in jeder Hinsicht gleichgestellt. Unterschiede bestehen vor allem bei der Einbürgerung, bei der Adoption von Kindern und beim Zugang zur Fortpflanzungsmedizin, also zur medizinischen Hilfe beim Kinderkriegen. Das Parlament hat eine Änderung des Zivilgesetzbuches beschlossen, mit der auch gleichgeschlechtliche Paare zivil heiraten können. Der ausländische Ehemann eines Schweizers und die ausländische Ehefrau einer Schweizerin können sich dann erleichtert einbürgern lassen. Gleichgeschlechtliche Ehepaare können gemeinsam ein Kind adoptieren. Verheiratete Frauenpaare erhalten Zugang zur gesetzlich geregelten Samenspende. Neue eingetragene Partnerschaften sind nicht mehr möglich. Bestehende können weitergeführt oder in eine Ehe umgewandelt werden. Gegen das Gesetz ergreifen drei Komitees mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus vier Parteien (CVP/Die Mitte, EDU, EVP und SVP) das Referendum: Sie wollen, dass nur Mann und Frau heiraten dürfen. Deshalb stimmen die Stimmberechtigten über das Gesetz ab. Es genügt die Mehrheit der Stimmenden; die Zustimmung der Kantone ist nicht nötig.
Was ist umstritten?
Bundesrat und Parlament empfehlen ein Ja: Paare gleichen Geschlechts sollen dieselben Rechte haben wie andere Paare, der Staat soll den Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihr Familienleben gestalten, und niemandem entstehe dadurch ein Nachteil. Sie halten fest, dass schon heute Kinder in Familien gleichgeschlechtlicher Paare aufwachsen und dies ihre Entwicklung laut Studien nicht nachteilig beeinflusse. Die Samenspende ist streng geregelt: Der Spender wird in ein Register eingetragen, damit das Kind erfahren kann, wer sein biologischer Vater ist; anonyme Samenspende, Eizellenspende und Leihmutterschaft bleiben verboten. Zudem brauche es keine Verfassungsänderung, weil die Verfassung die Ehe nicht als Verbindung von Frau und Mann definiere. Die Referendumskomitees empfehlen ein Nein: Sie wollen die Ehe als Verbindung von Mann und Frau schützen, weil nur aus ihr auf natürliche Weise Kinder entstehen könnten. Sie sehen keine Diskriminierung, weil Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln sei. Sie halten die Änderung für verfassungswidrig, weil Bundesgericht und Bundesrat das Recht auf Ehe stets als Gemeinschaft von Frau und Mann verstanden hätten und weil die Verfassung die Fortpflanzungsmedizin nur bei Unfruchtbarkeit oder der Gefahr einer schweren Krankheit erlaube. Nach ihrer Ansicht bleibe das Kindeswohl auf der Strecke, weil die Samenspende für Frauenpaare den Kindern per Gesetz den Vater verwehre, und es könnten Forderungen nach Eizellenspende und Leihmutterschaft folgen.
Parteiparolen
Empfehlen Ja
SP Sozialdemokratische Partei der Schweiz
Mitte Die Mitte
FDP FDP.Die Liberalen
GPS Grüne Schweiz
GLP Grünliberale Partei Schweiz
Empfehlen Nein
SVP Schweizerische Volkspartei
EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
EVP Evangelische Volkspartei der Schweiz
Reihenfolge nach Sitzen im Nationalrat (Wahlen 2023).
Ähnliche Abstimmungen
Frühere Vorlagen, bei denen die Kantone am ähnlichsten stimmten. Jedes Feld ist ein Kanton, in derselben Reihenfolge wie bei dieser Vorlage.
✓ Ja-Mehrheit✗ Nein-Mehrheit
Diese Vorlage
- Gesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
5. Juni 2005 · ✓ Angenommen · 19 von 26 Kantonen gleich
- Fristenregelung (Schwangerschaftsabbruch)
2. Juni 2002 · ✓ Angenommen · 24 von 26 Kantonen gleich
- Asylgesetz
5. Juni 2016 · ✓ Angenommen · 26 von 26 Kantonen gleich
- Zuständigkeit im Bereich der persönlichen militärischen Ausrüstung
10. März 1996 · ✗ Abgelehnt · 4 von 26 Kantonen gleich
Offizielle Ressourcen
Abstimmungsdaten: Swissvotes – Année Politique Suisse, Universität Bern (CC BY 4.0), und Bundesamt für Statistik.